Tuamotus

12 - 19.06.2019     Auf in die Tuamotus

Früh raus legen wir Kurs auf die nächste Inselgruppe in Franz. Polynesien – die Tuamotus. Gut drei Segeltage entfernt liegt das angepeilte Atoll Raroia. Was sind die Tuamotus? Gemäß Reiseführer „77 flache, max. 3m über dem Meeresspiegel hinausragende Atolle sowie mindestens eine gehobene Koralleninsel verstreut auf einer Gesamtfläche von 20T km2. Ein Atoll ist ein in sich zusammengefallener Vulkan der im Meer versunken ist und ein kranzförmiges Riff hinterlassen hat. Das nach außen wachsende Korallenriff umgibt die schrumpfende Insel gleich einem natürlichen Damm. Zwischen den Riffen entsteht eine Lagune. Auf den winzigen Eilanden sammelt sich Korallensand, Samen und Humus - Pflanzen besetzten die Oberfläche“  Nur ein Teil der Atolle hat Öffnungen/Passagen in die Boote (Versorgungsschiffe/Segler) einfahren können und nur ein Teil der Atolle sind bewohnt. Etwa 15t Menschen auf den Atollen verteilt leben von Perlenzucht, Fischfang und Tourismus, meist Tauch- Tourismus. Negativ Schlagzeilen machte zwischen 1966 und 1996 die Atombomben Tests der Franzosen auf Moruroa im Süden der Tuamotus (auch heute noch Sperrgebiet), deren Spuren wohl auch in Millionen von Jahren noch vorhanden sein werden.

Der Wind ist uns gnädig, die Welle nicht hoch. Wir kommen gut voran. Einzig die Squalls die den ersten Tag und die ganze Nacht alle paar Std. mit ordentlich Boen, Winddrehern/spitzen, Regen und teilweise plötzlicher Welle von vorne machen es nicht so spaßig. Dann kommt die dritte Nacht! Mit Wind zw. 25-35kn, heftiger Welle und Regen-Squalls im halb Std. Takt. Man sieht keine 20m weit und das Meer schäumt. So eine Nacht hatten wir mit Serenity noch nicht –heftig. Jost korrigiert ständig die schon stark gerefften Segel und den Kurs um die Wellen nicht zu hart schlagen zu lassen. Gegen 10 Uhr morgens am nächsten Tag erreichen wir die Passage für die Einfahrt in das Atoll. Immer wieder ist uns gesagt worden / haben wir gelesen, Einfahrten nur bei Sonne im Rücken, gute Sicht und Slack Tide. Für den Tidenstand waren wir genau richtig, aber die nächste Regenwand zieht nebelig durch, man sieht gerade die Nase vom Boot. Was nun ? Die KISU ist seit ein paar Tagen hier, verständigt sich mit Olena per Funk und lotst sie auf ihrem gefahrenen Track durch die Passage und dann die 7sm durch die Lagune, vorbei an allen Korallenköpfen gen Nord zum Ankerplatz hinter einem Inselchen. Wir dicht hinter Olena auf deren Track – funktioniert hervorragend – Danke Markus! Während des Anker Vorganges rauscht die nächste Front heran. Patschnass und in steifer Brise stehend lasse ich den Anker ab. Wir sind da ! Nach 440 sm liegen wir in unserem ersten Atoll. Trotz des mistigen Wetters – es sieht toll aus, hellblaues Wasser ein Streifen Sandstand mit Palmen, nur drei weitere Boote mit uns. Perfekt. Jetzt gibt es erst mal eine Mütze Schlaf für Jost, der die letzten drei Nächte nicht viel hatte. 

Tuamotus / Raroia  16-19.06.2019

Das regnerisch, zugezogene, windige Wetter bleibt uns erhalten. Wir hängen ab, räumen und säubern, genießen die Aussicht, haben alle einen klasse Laure-Geburtstags-Sundowner auf der Olena, machen eine Dinghi Tour am inneren Riff, sehen Baby-Haie am Ufer und größere Tiere zwischen den Booten und gehen ausgiebig schnorcheln. Mittwoch motoren wir auf unserem alten Track durch die Lagune zurück, nicht weit von der Passage wollen wir vor dem Ort eine Nacht verbringen, bevor es morgen zum nächsten Atoll los soll. Vor dem Ort sehen wir hinter dem Pier ein Segelschiff mit deutscher Flagge, es ist die Alkyone. Als wir uns gegenseitig registrieren ist das Gejohle auf beiden Kids Booten groß. Hans lotst uns rein. Olena vor ihn und uns als Päckchen. Die Bürgermeisterin des Orts (gut kräftig, im bunten Flatterkleid!) kommt auf dem Motorroller vorbei, wir fragen freundlich und ja wir können hier liegen, das Versorgungsschiff kommt erst wieder in ein paar Tagen. Wir verbringen einen lustigen Abend mit sieben aufgekratzten Kindern, einem Mini von knapp einem Jahr und sieben Erwachsenen die sich viel zu erzählen haben. Eigentlich sollte es im Dorf eine Art Musik und Tanztraining geben. Diese fällt aber aufgrund einer Versammlung aus. Die Bürgermeisterin mittendrin. Wir stehen dabei und Claude, ein etwa 12 jähriger Junge wendet an mir stolz seine erlernten English Kenntnisse an, alle sich anschließenden Kids giggeln über mein miserables Französisch und schon ist man mittendrin. Maria (Ital-Sardin) die zur Zeit auf der Alkyone mitfährt macht lustige Fotos und wir müssen aufpassen die Versammlung nicht zu stören. So aufgeschlossen kann Jugend sein. 

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