Auf nach Neuseeland

28.10 -  06.11.2019

Das Wetter lädt immer noch zum diskutieren ein, aber irgendwann treffen wir die Entscheidung – jetzt. Mit uns Lani, Kisu und drei weitere Boote. Die meisten anderen verlassen sich auf bessere Winde in ein paar Tagen. 

So haben wir denn auch die nächsten 9,5 Tage alles was das Wetter so zu bieten hat. Die ersten zwei Tage zügig vorangekommen auf leicht westlichem Kurs. Dann erreicht uns nachts eine heftige Gewitterfront. Zu großflächig um auszuweichen. Es donnert und die Blitze sind nicht weit – ganz schrecklich. Es regnet heftig und nach einigen Std. hat es sich endlich beruhigt. Dann ein paar Std. Flaute bevor der vorhergesagte starke Südwind fast schlagartig einsetzt. Mit Boen um 30 bis 35 Knoten, dann pendelt es sich auf 25 kn ein. Mit ihm kommt die Welle. Hoch und ungleichmäßig rollend, brechend schlägt sie oft an Backbord an und findet den Weg quer durchs Cockpit -Rollercoaster. Wir laufen gen West ab um nicht zu hart an die Welle einzutauchen. Das Meiste können wir vom Kartentisch in der Kabine steuern, oben fliegt eh nur noch eine kleine Genua. Strömung und Windversatz mit bis zu 30 Grad sind enorm. Wassertemperatur nur noch 20.8 Grad, der Wind gut frisch. Alles sehr ungemütlich. Zwei weitere Tage später beruhigt sich auch das langsam. Der Wind dreht ganz langsam nach OSO und wir versuchen ein wenig auf Kurs NZ zu gelangen. Irgendwann schläft der Wind ein und wir müssen die Nacht durch motoren. Der nächste Tag bringt wieder erwarten leichten Westwind und bei fast flachem Wasser können wir auf direktem Kurs Luxussegeln. Abends ist das aber auch wieder vorbei und seitdem muss der Motor ran. Die letzten Nächte sind sehr feucht, das Wasser spiegelblank – im wahrsten Sinne des Wortes. Der sichelförmige Halbmond und die Sterne spiegeln sich im Wasser und als wäre das noch nicht genug gleiten zwei Delfine vor dem Bug durch. 

Kisu und Lani sind während der ganzen Tage mal 2, mal 12sm von uns entfernt und meist in Funknähe und Olena gibt per Iridium-mail von Tahiti aus moralische Unterstützung Das tut gut. Kochen war die ersten Tage mehr als eine sportliche Herausforderung und der Schlaf nicht wirklich erholsam. Die Magenverstimmung, die ich mit vor ein paar Wochen auf Vavau irgendwo eingefangen habe, lässt meinen Magen immer noch sehr empfindlich reagieren. Erst die letzten zwei Tage können wir das Bootsleben wieder genießen, räumen ein wenig auf, die letzten frischen Vorräte verbraucht, in den Bilgen kullern nur noch ein paar Dosen. Ok, Alkohol haben wir noch genug. Zuviel. Kurzerhand fahren wir neben die Kisu und per Bootshaken wird Rum und Wein übergeben. 

Mittwochmorgen endlich nach 9 Tagen u 20 Std. ,1042sm und ohne Beschädigungen am Boot erreichen wir Opua in der  – Bay of Island- im Nordosten von Neuseeland in angenehmen Sonnenschein. Wir legen am Quarantäne-Pier neben Kisu u Lani an und Custom, Immigration und Biosecurity kommen nacheinander an Bord. Alle sehr freundlich und direkt. Die Biosec-lady geht wirklich durch alle Schränke und schaut das nichts auf die Insel eingeführt wird, was nicht darf. Wir sind an Papieren und Lebensmitteln vorbereitet und daher läuft alles problemlos. Da der Pier voll belegt ist muss man halt warten bis man dran ist. Gegen späten Nachmittag dürfen wir uns dann in die gegenüberliegende Marina auf unseren reservierten Platz umlegen. Ich hab noch nicht wirklich begriffen, dass wir DA sind! Das wir sechs dann abends im hiesigen Opua Club House Restaurant das leckere Steak genießen versteht sich von selbst. Wir Beide feiern unsere Ankunft dann für uns alleine still mit einer Zigarre am Boot. Das muss sein. Wir sind da!

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