Vavau Inselhopping

06. - 13.10.2019

Wir verlegen uns auf Ankerplatz 5, nicht weit vom Ort. Hier liegt die Lani und hier ist es nach der gut besuchten Bucht Neiafu herrlich ruhig. Wir gehen schnorcheln, arbeiten ein wenig am Boot. Das anliegende Inselchen lädt zum Besuchen ein, aber es gibt nur ein paar verlassene Gebäude. Wir fahren mit dem Dingi zur Swallow Cave. Eine hohe offene Höhle, Wurzeln ragen durch die obere Öffnung, klares Wasser, leider bedecktes Wetter und die Sonnenfacetten kommen kaum zur Geltung. Ein paar Meilen weiter dann sind wir auf Ankerplatz 8. Das sandumrahmtes Inselchen Nuku, hellblaues Wasser, einfach schön. Das von der Kisu abgekaufte SUB kommt zum Einsatz – Ich mag es direkt. Weiter auf Ankerplatz 38, aber nur um von dort aus am Inselriff tauchen zu gehen. Auf Ankerplatz 16 dann liegen wir wieder sehr idyllisch. Ein weiteres Mal tauchen wir hier. Aber nicht die bunten Korallen sind das Highlight – Wale unterhalten sich. Man kann unter Wasser drei verschiedene Tiere ausmachen und es hört sich an wie moderne Musik (Karneval der Tiere)

Die Familie am Strand macht jeden Samstag für die Segler ein Tongaen Feast - was immer das auch ist. Zu acht Personen sitzen wir dann in einer kl. Überstandhütte am Strand und David tischt auf was seine Frau gekocht hat. Es ist reichhaltig und lecker (Besonders das Lulu – in Taroblätter eingewickeltes Fleisch u Fisch) hat es mir angetan. Leider sitzt die Familie nicht mit dabei u David ist eher zurückhaltend. Als er uns für den nächsten Tag einlädt mit zur Kirche zu kommen sind eher unsere Männer zurückhaltend. Wir 4 Mädels sind interessiert und so holt David uns mit Frau Ikka in seinem Fischerboot ab und wir fahren etwa 20 min bis nach Matamaka. ein Steg, ein Grasweg zwischen den netten einfachen Häuschen, meist Holzbau, bis zum Versammlungshaus. David fragt und wir dürfen den Männern bei ihrer Kava Zeremonie beiwohnen. Kava ist eine Wurzel, die getrocknet und zerrieben in Wasser aufgelöst, irgendwie nach sandigen Kräutern schmeckt und eine leicht berauschende Wirkung haben soll. Die Männer (eine Art Bürgermeister, ein Minister?, David und drei andere) sitzen in offizieller Montur (Wickelrock, Bastmatte, Hemd, Schlips und Jackett) mit uns am Boden im Kreis, wir werden freundlich begrüßt, befragt, wir bedanken uns und danach werden auf Tongaisch die wöchentlichen Probleme besprochen, dabei auch viel gelacht. Dabei werden die Kokosnussschalen immer wieder mit Kava gefüllt. Wir trinken vorsichtig. Kathi und ich erhalten die Ehre austeilen zu dürfen. Mit leicht betäubtem Mund aber sonst keinen Begleiterscheinungen gehen wir dann eine Std. später in die angrenzende Kirche. Methodisten sind sie, es wird laut und emotional geredet und laut und schön gesungen. Danach sind wir etwas verwirrt. Jede Frau geht einzeln nach vorne und redet auf Tongaisch. Erst normal, dann weinerlich, schluchzend. Jede einzelne von ihnen. Wir verstehen nichts. Als die Messe endlich (nach fast 2Std) um ist (es gab keine Wandlung oder sonstige Zeremonie wie bei uns) frage ich Ikka danach. Die letzte Woche war Abgabetag für die freiwillige Spende. Die Kirche und die Schule müssen renoviert werden und jeder hat öffentlich gespendet! Jede Frau trug nun vor wie sie das Geld zusammengebracht hat. Dramatisch, verwirrend. Ikka führt uns durchs Dorf bis vor das Haus eines ihrer Kinder – sie hat 11! Ein Mädchen bringt eine Pappkarton Unterlage, wir setzen uns unter den riesigen alten Mangobaum, Ikka packt Lulu, im Erdofen gebacken aus und wir essen mit den Händen! Die Hunde streunen um uns herum und auch die Schweine versuchen was abzubekommen. Sehr eindrucksvoll. Dabei haben wir endlich Zeit ein wenig persönlich mit Ikka zu reden. Sie spricht ein gutes Englisch. Kinder lernen Englisch erst in der Schule und jetzt verstehe ich warum die meisten Kids immer so giggelnd, scheu sind. Eine Tochter hat sie bereits zur Oma gemacht, sie kümmert sich um das Enkelkind und ihr jüngstes Kind ist gerade 8. Ein Leben dreht sich nur um die Familie und Reichtum heißt immer noch gut zu essen. Mit dem Tonga-feast ist sie geschäftstüchtig und verdient ein wenig Geld, ansonsten sind sie fast Selbstversorger, mit Gemüse, Schwein und Fisch. Nebenbei erwähnt sie das Milchpulver für den Enkel so teuer ist. Logisch das da am nächsten Tag eine Tüte mit dies und das wandert. Wir fahren zurück. Das Baby schläft auf dem Jackett von David ein, wir hatten einen beeindruckenden Tag und die Männer echt was verpasst. 

Derweil war Jost fleißig und hat das Unterwasserschiff tauchend gründlich gereinigt – Neuseeland verlangt einen muschelfreien, sauberen Rumpf.

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