Tonga - Heiafu

03. -  05.10.2019

Die Vavau-Gruppe ist rund 275km nördl. der Hauptinsel Tongatapu und wird als die –Kronjuwelen Tongas- bezeichnet. Sie besteht aus einem Labyrinth von etwa 60 bewaldeten, flachen Inseln, Inselchen, und Atollen mit teilweise weißen Sandstränden und vielen Buchten. Da diese meist unaussprechliche Namen haben ist ein findiger Vercharterer hingegangen und hat die Ankerbuchten durchnummeriert. Das haben dann irgendwann alle übernommen. Tonga gesamt wird unterteilt in vier Inselgruppen. Die kleine Niua-Gruppe im Norden, dann Vavau, Haapai und im Süden Tongatapu mit der Hauptstadt Nukualofa. Die meisten Inseln sind Korallenatolle ein paar wenige höhere sind vulkanischen Ursprungs. Die erste Besiedlung erfolgte vermutlich ca 4000 v.Chr. und etwa 950 n.Chr. entstand das erste Königreich welches bis heute besteht und dessen Herrschaft zeitweise bis nach Fidschi, Samoa und die Tokelau Inseln reichte. Tonga war eines der wenigen Gebiete welches sich nicht durch Europäische Entdecker annektieren ließ. Tonga ist heute eine „Teil“Demokratie. 17 der 26 Abgeordneten im Parlament werden durch die Bevölkerung gewählt, die restl. 9 verbleiben bei den „Adligen“. Wirtschaftlich steckt Tonga tief in der Krise. Landwirtschaft überwiegt und der Import übersteigt den Export um ein vielfaches. Ferner werden die Inseln immer wieder von Naturkatastrophen gebeutelt. 2010 gab es schwere Erdbeben und immer wieder ziehen Zyklone, mit 200km/h über das Gebiet. Viele Tongaer leben im Ausland und deren Zahlungen an die Familien machen rund 25% des Bruttosozialprodukts aus. Das sagt wohl vieles. 

Wir merken das als wir am nächsten Tag uns an den Pier verholen um ordnungsgemäß einzuklarieren. Der vordere Teil wird für Frachter benutzt wir liegen mit einem anderen Boot am hinteren. Heruntergekommene Gebäude, altes Baumaterial, lehmiger Schlamm am Boden, der Fischmarkt, herumlaufende Hunde, Tongaer in traditioneller Tracht (dunkler Wickelrock und Tapa-eine Art breite Bastmatte um den Bauch gewickelt) 

Ein Wildschein läuft vorbei. Was? Ja, das Tier schnüffelt überall herum, keiner reagiert, scheint normal. Irgendwann kommen die freundlichen Offiziellen für, Agricultur, Abfall und Gesundheit, nacheinander an Bord und nach einiger Wartezeit ein kräftiger Herr für Customs/Immigration. Alles braucht seine Zeit aber nach gut vier Std. sind wir durch und verlegen uns wieder an den Ankerplatz. Die nächsten Tage ist das Wetter zugezogen, diesig, regnerisch. Wir erkunden den Ort, die hiesige Segler-In-Bar Mangos und deren guten Essen, teils alleine, teils mit Freunden der Boote Lani und Kisu. Weitere bekannte Boote um uns herum. Überall Hallo. Alle irgendwie auf dem Sprung nach NZ. Ich laufe auf den kleinen –Mount Talau- , werde begleitet von einem hübschen Hund. Oben hat man trotz schlechtem Wetter eine herrliche Sicht über die Bucht. Ich streune durch die Straßen mit den ärmlichen Hütten und meist sauberen Vorgärten, die wenigen Supermärkte sind fest in Asiatischer Hand, die Leute freundlich, rundlich und relaxed. 

Mehrfach läuft eine Horde Baby-Schweine vor mir her, die riesige Mama grunzend hinterher. Hier gibt es viele Glaubensgemeinschaften, christlichen Grund-Glaubens friedlich nebeneinander her. Der Sonntag ist allen heilig. Es darf nicht gearbeitet werden und auch Wäsche aufhängen führt zu Geldstrafen (egal ob einheimisch oder Tourist) 

Wir gehen zweimal hier in der Bucht tauchen. Das Wrack der Clan Mc Williams, ein alter Copra Frachter der 1920 bei einem Brand hier versank, liegt auf etwa 30 m und kann auf einer Länge von etwa 130m betaucht werden. Das erste Mal werden wir von der norwegischen Crew der Waipiti begleitet, danach alleine. Die Sicht leider nicht so gut, aber ein schön bewachsenes Wrack.

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