Vom Atlantik in den Pazifik

16 & 17.02 .2019   Der Panama Kanal – oder Pazifik wir kommen. 

Die Jungs decken noch die Solarpanel ab, wir Mädels kochen vor, dann kommen alle Line- Handler beider Boote zu uns und raus geht es zur Olena. Die Lotsen kommen pünktlich an Bord und wir motoren Richtung Schleusen. Wir legen uns als dreier Päckchen zusammen. Olena in der Mitte und ein franz. Segelboot an eine Seite wir an die Andere. Erst gegen 18.30 dürfen wir in hinter einem dicken Frachter in die erste Schleuse einfahren. Wir bekommen Hilfsleinen mittels einer Affenfaust (eingespleisstes Gewicht am Seilende) zugeworfen, verbinden diese mit den starken Festmacher-Leinen. Die ersten Schleusentore schließen sich und zügig steigen wir um etwa 9 meter. Als Packet fahren wir in die zweite Schleuse. Es läuft gut. Andreas und Sandra sind am Bug ein Team, Tim und ich am Heck. Stephan und Jost halten mit Motor das Päckchen mittig und so steigen wir in drei Schleusen fast dreißig Meter auf. Lang ist es dunkel als das Tor sich zum Gatunsee öffnet und wir noch eine gute halbe Std. bis zum unserem Ankerplatz fahren. Die Lotsen essen noch und werdenanschließend vom Lotsen Boot abgeholt. Wir liegen an einer Mega-Boje mit Olena längsseits an uns festgemacht. Süßwasser – Jost kann es nicht sein lassen und muss das Wasser kurz testen. Aber nur kurz, da man im dunkeln die Krokodile nicht sehen kann! Es wird ein lustiger Abend. Auf der Olena feiern wir zu 14 Personen Josts Geburtstag ein wenig. Alle sind guter Dinge aber auch ein wenig platt. 

Eine kurze Nacht später, morgens um 07.30 kommt der nächste Lotse an Bord. Manuel ist gut kräftig und hat ein heiteres Gemüt, erzählt viel während wir pünktlich um acht die Leinen lösen und den Gatunsee durchqueren, vorbei an Gamboa, durch den Gaillard Cut Kanal. Wir sehen unterwegs ein Krokodil am Strand - Genial. Wir sind zügig unterwegs und als wir an den Pedro Miguel Locks ankommen dürfen wir direkt durch. Nur Olena mit uns verbunden fahren wir als erste in die Locks – und dann müssen wir warten, weil der Dampfer hinter uns irgendein Problem hat. Wir nutzen die Gelegenheit um ein verspätetes Mittagessen einzunehmen. Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass wir in der Schleuse Zeit und Ruhe haben um zu essen. Irgendwann ist der Riesen-Autofrachter mit Lokomotiven zu beiden Seiten eingefahren und es geht die ersten 10 Meter hinab. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und nichts ruckelt. Dahinter ist der kl. Miraflores See und kurz darauf die letzten zwei Schleusen, die Miraflores Locks. Wieder nehmen wir die Hilfsleinen über die zugeworfenen Monkey-Balls auf, unsere Leinen werden hochgezogen und weitere 10m sinken wir. Wir werden zur letzten Schleuse geleitet, sprudelnd geht es ein letztes Mal runter, das letzte Schleusentor öffnet sich und - der Pazifik liegt vor uns. Ich habe Gänsehaut. Wir lösen das Päckchen auf, motoren unter der großen Americas Bridge hindurch, entlang der schmalen Straße die Flamenco Bay verbindet. Auf die südl. Seite, die markante Hochhaus Skyline von Panama Stadt vor uns, ankern wir dann im Ankerfeld von Las Brisas. Nicht schön zwischen den alten rostigen Arbeitsbooten und vielen scheinbar abgestellten Segelbooten, aber sicher  - und wir sind da !! Ein letztes Bier mit den tollen Line-Handlern und außer der Pico Crew fährt Stefan sie alle an Land. Wir sind glücklich und platt und heute wird es das erste Mal seit Tagen nicht spät bis alle in die Koje fallen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0