San-Blas-Inseln

06.02.19 - 12.02.19

Um 6 Uhr morgens, beim ersten Licht heben wir den Anker und mit Olena verlassen wir die geschützten Bucht. Draußen müssen wir leider gut 25sm mit Wind, Welle und Strömung unter Motor hart gegen an kämpfen. Dann erst können wir hoch am Wind schnelle 45sm bis auf die erste San Blas Insel segeln. Nach 70sm fällt beim letzten Licht am südöstl. Ankerplatz vor Chichime der Anker.

Die SanBlas Inseln (insgesamt 340 Inseln) gehören zur autonomen Gemeinde der Kuna Yala innerhalb von Panama, welche für sich streng organisiert sind. Das Land gehört niemanden fest, Kokosnussbäume schon. Die Frauen heiraten oft mit 13 und der Mann zieht dann in die Familie der Frau. Es darf nicht außerhalb der Kuna geheiratet werden und Ausländer können kein Land erwerben. Alle Probleme werden im Congreso- besprochen und geschlafen wird in Hütten gebaut aus Naturmaterialien die keine Möbel kennen nur Hängematten. Auf diese Weise leben viele der kleinwüchsigen Kuna Indianer noch wie zu Zeiten als die Spanier über die Inseln und das Festland hergefallen sind – was aber nicht heißt, dass sie kein Handy kennen ;-)

Chichime ist durch die Nähe zum Festland und Porvenir leider ein sehr touristischer Teil der sonst oft unbewohnten Inseln. Am nächsten Morgen setzten wir mit dem Dinghi über und erkunden das Eiland. Jede Menge Segelboote liegen im inneren und äußeren Becken. Lässt man den Blick weitläufig schweifen, schaut man auf weiße Strände, unglaublich viele Kokosnussbäume und blaues Wasser, alles gut geschützt durch das vorgelagerte Riff hinter dem sich die Wellen türmen. Schaut man direkt vor sich, nach rechts und links – sieht man unglaublich viel Müll - angeschwemmt aus dem Atlantik! Dazwischen die schon oben erwähnten kl. Hütten, freundliche Kunas, die ihre aufwändig selbstgestickten 

Mola-Tücher verkaufen, Kinder die im Sand spielen und immer wieder Zivilisationsmüll. Gegen Mittag nehmen wir die Anker auf und segeln, genau die Karten beachtend, die 14sm entlang der Cayos Holandes bis auf deren SO Zipfel in die Bucht Banedub. Die ist bereits gut besucht, aber wir finden ein Plätzchen. Den restlichen Tag verbringen wir mit schwimmen, spazieren an einem diesmal “sauberen Strand“ oder einfach die herrliche Aussicht auf Palmen und Wasser genießend. 

Am Nachmittag kommt ein Kuna und kassiert eine zivile Ankergebühr (10 usd, gültig für einen Monat) Dabei unterhält er sich lange mit Laure und lädt uns ein ihn und seine Familie auf seiner Insel zu besuchen. Das machen wir dann auch am nächsten Morgen. Die gegenüberliegende Insel erreichen wir mit dem Dingi der Olena und werden herzlich, erst vorsichtig und dann immer offener empfangen. Die Unterhaltung ist auf spanisch und er erklärt uns wie er seine Hütten gebaut hat, eine zum schlafen (nur Hängematten hier und eine Leine mit ein paar Anziehsachen) und eine Hütte zum kochen. Laure und Stephan sprechen ganz gut spanisch aber alles verstehen wir nicht. Trotzdem passt es, es wird viel gelacht, ein Kuna Mädchen und Elina ziehen Kuna Traditions-Kleider an, die Mutter erzählt gestikulierend und tanzend wie es ist wenn beim Schischa Fest genügend Alkohol getrunken wurde. Er erklärt mir das sie etwa ein dreiviertel des Jahres im Dorf leben, die Kinder dort zur Schule gehen und den Rest auf der Insel verbringen und sich um die Kokosnuss Bäume kümmern. Auch wie er aufgrund seiner Träume und der Nuchus (kleine Gottheiten in Form von Holzfiguren, die jede Hütte hat) Methoden für Heilung bei Krankheiten findet und das er einer der  -Sahilas-(Vorsteher) im Congreso ist. So interessant, natürlich und einfach nur schön. Zwei der Kinder sind im ähnlichen Alter wie die Mädchen der Olena und fahren mit an Bord, schwimmen und toben – Kinder haben keine Verständigungsschwierigkeiten !!

Samstag machen wir uns nach Coco Bandera auf.

Der Wind bläst zügige 20kn aus N und schnell sind die 9 sm gesegelt. Dort gibt es drei kleine Palmen-Inselchen. Hinter der Ersten liegen bereits einige Boote – gut geschützt. Kein Platz mehr für zwei weitere Boote. Hinter Tiadup legen wir für genau 15min den Anker. Wind von vorne, gut Welle von der Seite – nein kein guter Ankerplatz. Anker hoch, rauszirkeln und zu den 3sm westlicher gelegenen Green Cays. An den Riffs und Sandbänken gemäß –Bauhaus- Seekarten hindurch und dann liegen wir neben einigen anderen Booten perfekt. Die Palmeninsel hält den Wind zurück und Welle kommt keine durch. Ausgiebiges schwimmen im hellblauen Wasser und laufen am Strand und zwischen den Palmen der unbewohnten Insel sind angesagt – So wie hier habe ich mir die SanBlas Inseln immer vorgestellt. Abends gibt es auf der Olena die vom Fischer gekauften Langusten und hiesiges Gemüse - Yuca (ein sehr stärkehaltige Wurzelgemüse, gegessen wie Kartoffeln) und Chayote (grünes, birnenförmiges Gemüse, unserer Kohlrabi ähnelnd)

Sonntag und Montag segeln wir nochmals zurück nach Banedub und dann auf die Lemon Cays. Auch hier heißt es genau nach –Bauhaus- Karte durch die Einfahrt zirkeln. Kaum ist der Anker gelegt kommen genau wie auf den anderen Inseln auch kleine Kuna-Holz-Boote angepaddelt und wollen Molas verkaufen. Sie sind wirklich toll gearbeitet aber ich habe bereits gekauft und brauche nichts mehr. Das ist meist ok und dann folgt die Frage nach Milch. So wandern dann mehrfach Milch, Kekse und Zwiebeln in ihre Eimer. 

Dienstagfrüh verlassen wir Kuna Yala Land wieder Richtung Shelter Bay. Viel zu kurz war der Aufenthalt aber doch genug um einen Eindruck dieser schönen Inselwelt und den beindruckenden Menschen zu bekommen. Gute Winde und moderate Welle machen zügiges am Wind segeln möglich und zeitig sind wir in Linton Bay, tanken, fahren wieder raus, bis Portobello, besuchen noch die –Pico- und dann müssen wir leider die restlichen Meilen mangels Wind motoren. Im Dunkeln erreichen wir den Einfahrt Bereich des Panama Kanals und folgen unserem alten Track zum Ankerplatz vor der Shelter Bay Marina. Ein Lichtermeer aus liegenden und fahrenden Tankern, Containerschiffen, Kränen und Pilotbooten begleitet uns – Der Kanal schläft nie.

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