Medellin "Die gefährliche Stadt" 2

Medellin Altstadt

Um 9 Uhr bereits sind wir in der Metro Station Alpujarra angekommen. Dort treffen wir uns mit dem Tour Guide von RealCityTours. Eine kostenlose Führung an deren Ende man einen –Tip- gibt, je nachdem wie gut der Guide es macht. Und Milo macht es super. Als kl. Gruppe laufen wir ca 3,5Std. durch die Altstadt. Er vermittelt sein Land, Leute und Geschichte mit viel Herzblut, beschönigt nichts, regt zum Nachdenken an, hat Humor und vermittelt nebenbei jede Menge Wissen (in angenehmen englisch) Beispiele: Auf die Metro sind die Medelliner sehr Stolz und das sieht man auch. Keine Sprayer, sauber, keiner isst in der Metro (und hier wird sonst überall gegessen). Sie ist ein Zeichen für den Aufbau und das man es schaffen kann, auch wenn einem das Wasser bis zum Hals seht (gemeint sind die Schulden für die Bahn). Über 50 Jahre lang wurde die Stadt und die Menschen hier zwischen den Machenschaften der Drogenkartelle, Politikern und Wirtschaftsinteressen zerrieben. Präsident Uribe (der Präsident der eisernen Faust) hat ab 2002 als erster ernsthaft versucht Drogen und Korruption zu bekämpfen und das Land für Touristen und Wirtschaft von außen interessant zu machen. Ihm und den nachfolgenden Präsidenten ist es gelungen das Land für alle etwas sicherer zu machen. Ein Teil davon ist gelungen. Ein wichtiges Projekt: Bildung. Schule incl. Universität ist für alle frei. Die Tour endet amSan Antonio Park wo wir noch mit Kolumbiens trauriger Vergangenheit konfrontiert werden. Hier stehen die zerfetzten Reste einer bronzenen Vogel-Statue des heimischen Künstlers Botero. 1995 wurde durch ein Sprengstoff-Attentat nicht nur die Figur zerstört. 23 Menschen, darunter auch Kinder, die ein Openair-Konzert feierten, verloren durch die Bombe ihr Leben. Botero bestand darauf, die Statue genauso zu lassen: Als Zeichen für den Drogenkrieg und die Opfer nannte er den Vogel Pajaro herido, verwundeter Vogel. 

Kurz darauf schenkte Botero der Stadt eine weitere Figur, den Vogel des Friedens 

So wie Milo alles erklärt, die Menschen beschreibt und unsere Fragen beantwortet, sind die historischen und teils modernen Gebäude/Plätze und wuseligen Straßen der Altstadt bei mir schon fast Nebensache und dieser Moloch von Stadt bekommt eine sympathischere Ausstrahlung.

Kaum wieder im Hotel regnet es in strömen. Wir müssen warten bis wir uns abermals in die Metro schwingen und an der Station Acevedo in die Gondel! Richtung Stadtteil Santo Domingo steigen. Von hier wird das Größen-Ausmaß der in dem Talkessel liegenden Stadt und der am Berghang „ärmeren“ Stadtteile sichtbar. Eine weitere Gondel geht hinauf in den Arvi Nationalpark. Von hier aus könnte man Wanderungen quer durch die Natur machen. Erstens haben wir dafür leider keine Zeit und zweitens fängt es wieder an zu regnen. Also machen wir uns auf den Rückweg, nehmen noch einen Snack in der Altstadt und dann den Bus zurück zum Flughafen. Viva Colombia ist pünktlich und so landen wir gegen 21.30 in Cartagena. Der Flughafen liegt direkt an der Stadt und mit einem günstigen Taxi sind wir kurz darauf im Stadtteil Getsemani im netten Hotel Patio de Getsemani.

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