Überfahrt Aruba - Kolumbien

18.08 – 20.08.2018

Es wurden 285 anstrengende Seemeilen. Der erste Tag bis Spätnachmittags läuft es noch gut mit mäßig achterlich Wind und Welle. Ausgebaumt auf Passat Besegelung geht es gut voran – bis plötzlich der gebraucht erstandene Baum abknickt. Super ärgerlich. Da muss dann wieder der Mast-Baum her. Der Wind bleibt bei 15-20 kn wie vorhergesagt sehr moderat,  die Welle nimmt zu – Mächtig ! 3-4m schiebt sie sich von hinten heran. Im Meer und Küstennähe gibt es hier tiefe Canyons die teilweise von 2000m auf 70m ansteigen. Die dadurch entstehenden Wellen sind steil und brechen am Kamm. Da unser Dingi quer hinten befestigt hält sich der Wassereinbruch in Grenzen. Bei stärkerem Wind und dadurch höheren Wellen muss man hier nicht unbedingt segeln. 

Wir versuchen an der 1000 m Tiefenlinie zu bleiben und so schaukeln wir gen Kolumbien. Die letzten 25sm steigt der Wind dann doch noch auf gut 30kn an und nur mit einem Handtuch vorne lassen wir uns gen Santa Marta ziehen. Gegen 7.30 morgens, nach genau zwei Tagen dann legen wir in der Marina an. Hier weht nur ein laues Lüftchen. Die umfangreichen Einklarierungs-Formalitäten erledigt die nette Kelly aus der Marina für uns. Die Nächte vorher waren nicht mit viel Schlaf gesegnet, so dass wir jetzt erst mal abhängen. Abends muss dann doch ein kl. Einblick in die Stadt sein. Gefühlt sehr wenig Touristen und mit vielen Einheimischen laufen wir durch die lebhaften Straßen. Überall Polizeipräsenz. Ein leckerer und günstiger Snack an der Uferpromenade mit dem hiesigen Bier tun Magen und Geldbörse gut. Danach schlafen wir tief und fest. 

 

Ein paar Fakten: 

Kolumbien ist fast viermal so groß wie Deutschland, hat 50Mill Einwohner, Demokratie, Küsten im Karibischen und Pazifischen Teil, im Süden grenzt es an den Amazonas. Eine unglaubliche Fauna und Flora, allein 20% der Welt vorkommenden Vogelarten leben hier. Seit etwa 40 Jahren wird der Schutz der natürlichen Ressourcen vorangetrieben, aber natürliche Umweltkatastrophen, der extreme Wachstum, Industrie, militärische Auseinandersetzungen und die Einstellung der indigenen Bevölkerung zu Plastikmüll (liegt Überall!!) zeigen deutlich andere Bilder. Die Bevölkerung setzt sich aus Indigenen , Nachfahren der spanischen Kolonisten und Nachfahren der importieren afrikanischen Sklaven zusammen. Allein die Geschichte Kolumbiens und der angrenzenden lateinamerikanischen Staaten der letzten 150 Jahre ist unglaublich wechselhaft- und sprengt diesen Rahmen hier. Drogen und deren Anbau sowie Korruption sind immer noch zentrales Problemthema. Seit 2016 gibt es einen endgültigen Waffenstillstand mit der Guerilla Bewegung und es scheint etwas Ruhe eingekehrt.

Direkt hinter Santa Marta liegt das Gebirge der Sierra Nevada de Santa Marta mit den beiden, je 5775m hohen Bergen. Wald und Tierwelt pur und die Kultur der Indigenen Ureinwohner der Tayrona – Wir wollen es uns ein wenig ansehen. 

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