11 - 16.05.2018

Spring Bay ist recht ungeschützt und so hatten wir eine etwas rollige Nacht. Jost versucht, wie vorher abgesprochen, an der Tankstelle Gas zu füllen, aber die Adapter passen nicht. Naja, halt jede Möglichkeit versuchen. Unter Genua segeln wir die paar Meilen an Fallen Jerusalem und Cooper Island vorbei bis nach Salt Island, in die gleichnamige Bucht. Wie alle der Channel Islands ist auch diese recht flach mit weichen kaum bewachsenen Hügeln. Gleich drei Salzseen gibt es innerhalb der Insel. Früher wurden sie aktiv zur Salzgewinnung genutzt. Heute sind die beiden von unserer Bucht aus zu sehenden eher braune Tümpel. Der schöne Strand muss vor dem Hurrikan wesentlich attraktiver ausgesehen haben. Diverse Palmen liegen flach, ein Haus ist zertrümmert und eins stark beschädigt. Es lebt keiner mehr hier. Samstag früh verlegen wir uns nach einer weiteren unruhigen Nacht nach Lee Bay an eine National-Park-Boje. Hier liegt der 1867 in einem Hurrikan gesunkene Royal Mail Streamer Rhone. Der riesige Stahl-Zweimaster, bzw. dessen Reste sind hier in den BVI`s ein Taucher Highlight. Auf etwa 20-25m gehen wir runter und schauen uns das an. 150 Jahre Salzwasser und die Korallen und Schwämme haben sich ihren Teil geholt. Trotzdem immer noch ein interessantes Objekt. Leider haben wir recht starke Strömung die das Verweilen an einzelnen Stellen sehr erschwert. Nach dem Tauchgang gehen wir zurück in die ruhigere Salt Island Bay um die Tauchflaschen  und die Wassertanks zu füllen.  Gegen Nachmittag dann segeln wir die 5sm nach Peter Island, nach Little Habour. In der kl. Bucht mit schmalem Strand legen wir Anker mit Landleine. Kaum eine Welle verirrt sich hierhin – Türkises Wasser, es ist unglaublich ruhig. Auf der Anhöhe ist eine schon länger verlassene Villa  von der es eine geniale Aussicht hat! Der Sonntag vergeht mit schnorcheln, lesen und Ankermanöver anderer Boote schauen recht schnell. Jede Menge Charter Boote, meist Katamarane, viele Amerikaner, haben Wochenanfang und wir liegen zu 14 Booten mit Anker und Landleine oder frei ankernd. Als es gegen 19 Uhr dunkel wird kehrt schlagartig Ruhe ein.

Montag gegen Mittag kommen wir auf Norman Island in der Bucht –The Bight- an. Übersäht mit Bojen (35 usd die Nacht) finden wir einen Ankerplatz in der nördl. Kelly´s Cove. Der im Buch beschriebene als Restaurant umgebaute Zweimaster liegt als Wrack  am südl. Ufer, aber die –Pirate´s Bight- Bar wurde ein paar Meter neben der von  Irma & Maria  zerstörten Alten wieder neu errichtet. Mit unserem Ankernachbar dem dänischen Schiff –Felicia-  sitzen wir abends in der Bar und Plaudern. Wieder bin ich unglaublich neugierig, da Kenneth mit Familie letztes Jahr die Runde über die ABC´s nach Panama gemacht hat und jetzt mit einem Mitreisenden das Boot nach St. Thomas überführt. Dienstag sind wir wieder früh unterwegs. Bevor die NP-Bojen vor Pelican Island/The Indians voll werden, nehmen wir eine Boje auf und gehen schnorcheln.

Gegen 11 Uhr setzen wir die Genua Richtung Tortola, um Westend herum nach Jost van Dyke. Wir wollen in die White Bay. Die Betonnung in der Einfahrt am Riff ist nicht mehr eindeutig und wir tasten uns langsam vor. Leider hält das Riff die Wellen nicht wirklich ab, es liegen schon einige Boote hier und !-die Aussicht ist erschreckend. Ein schöner hell weißer Strand, ein paar wieder eröffnete Bars zwischen toten Palmen, jede Mende Zusammengefallenes und den ganzen Berg hinauf Müll zwischen den niedrigen Sträuchern. Wir zirkeln wieder raus, die Küste gen Ost, vorbei an Sandy Cay bis Green Cay, wo nach 19sm der Anker fällt. Eine idyllische Ecke, vor einer langgezogenen Sand-Landzunge und ohne Bojen! Schwimmen und schnorcheln ist ein muss und herrlich. Felicia taucht neben uns auf und nur zu Dritt liegen wir hier über Nacht. Der Wind heult in den Wanten aber die Welle bleibt hinter der Landzunge.

Mittwoch haben Wind und Welle zugelegt und wir segeln hart am Wind nach Tortola. Wir wollen uns Cane Garden Bay anschauen. Es soll einen Ort geben und wir wollen etwas laufen. In der Bay liegen wieder überall Bojen, ankern nur im Swell-Bereich möglich. Und mit dem Fernglas ist vom Ort leider nichts, oder nichts mehr zu erkennen. Also weiter. Ursprünglich wollten wir die Insel gen Ost umrunden, aber mit dem jetzigen OSO Wind macht das keinen Spaß. Also Genua auf, nach Westend und die Bucht Sopers Hole durchfahren. Hier sollen Fähren auf die US-VI abgehen (Brauchen wir um ein 90 Tage Visa zu bekommen) Hier war Irmaria noch verheerender. Die In-Bar- Pussers Hole hat wieder auf, vieles zugenagelt oder stark beschädigt. Vor dem Pier der Fähre steht ein offenes Zelt, dahinter die Gebäude beschädigt. (Später lesen wir, das darunter Zoll und Immigration sowie Fährbetrieb aufrecht erhalten werden – Hut ab!! ) Wieder viele Bojen, der Wind bläst mit gut 25kn durch die Bucht und Ankern auf 20m ist nicht komfortable. Die stark gereffte Genua (bei 30-35kn Wind), bringt uns vorbei an St. John(bereits US) wieder nach Norman Island. In der Kelly Cove legen wir für einen Snack den Anker. Ein schnelles kl. Boot kommt in die Cove geprescht. Police-Immigration-Customs steht drauf. Sie legen seitlich an & wichtig schauend werden die Einklarierungspapiere und Pässe kontrolliert, warum, wann, wie lange wollen wir hier sein. Dann fahren sie zum nächsten Boot. Als die dunklen Wolken Regen mitbringen, werden die 3x400PS gefordert um nicht nass zu werden . Unsere Lieblingsbucht ist nur knapp 4sm entfernt und so legen wir nach 20sm für heute, Anker und Landleine wieder auf Peter Island/Little Harbour. Ruhe pur, zwei Schildkröten, drei Stachelrochen und ein großer unbekannter Fisch (ca 1m groß / dem Buch nach kann es ein Atlantik Sharksucker sein) um uns herum. Mit nur noch vier andere Booten ist es sehr übersichtlich und ruhig.

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