23. - 26.04.2018

Eigentlich sollte es Montag ein lockerer Segeltag mit achterlichem Wind werden. Der Wind kam durch die ganzen Regenschauern die halbstündlich auf uns herunterprasselten nicht richtig in Schwung, die Wellen aber schon. Ungemütliche und diesige 48sm weiter dabei die letzten drei Std. unter Motor, nehmen wir im letzten Licht eine Boje auf Nevis vor Charlestown auf. Dienstagfrüh beim Frühstück, durchstreift die Harbour Police das Ankerfeld und erklärt freundlich wo wir am besten mit dem Dingi anlegen sollten und wo sich das Office befindet. Das große Dock hat durch den letzten Hurrikane schwer gelitten und der Dingi Bereich ist recht abenteuerlich. Einklarieren ist unkompliziert -Customs, Immigration und Harbour Office liegen direkt nebeneinander. Der Ort selber hat viele alte und teils renovierte Gebäude, bunt, viele Verzierungen an den Hausdächern. Die Menschen sind locker und freundlich. Ich habe das Gefühl das wir die einzigen Touristen sind. Wieder an Bord entscheiden wir trotzdem heute schon weiter auf die Schwesterinsel St. Christopher – oder einfach kurz St. Kits genannt, zu segeln.  Nach 8sm schon fällt der Anker in der White House Bay im SW der Insel. Auch hier liegen wieder Bojen aus. Man bezahlt beim Einklarieren bereits eine feste Bojen Gebühr (pro Tag), egal ob man ankert oder eine aufnimmt. (Schützt den Ankergrund, lässt das Gras leichter nachwachsen gut für die Schildkröten die überall sind) Abends klingt gute Musik aus der einzigen Bar am Ufer herüber. Nachdem es Mittwochmorgen ausgeregnet hat fahren wir mit dem Dingi in die südl. gelegen Superyacht Marina Christopher. Sie ist komplett leer. Lediglich ein Segelschiff steht völlig deplatziert in den riesigen Boxen. – Nachsaison sagen sie. Aha. Von hier aus geht es nicht in die Stadt. Die Fuel Station ist dennoch in Betrieb und unser Dingitank wird gefüllt. Gegen Nachmittag gehen wir Anker auf in die etwa eine Std. entfernte Hauptstadt Basseterre um von dort aus morgen eine Tagestour über die Insel zu unternehmen. Vor der Stadt steht in beiden markierten Bereichen eine gute Welle. Es liegen nur zwei Boote vor Anker. Die Marina hat auch keinen Platz mehr für uns und das Kreuzfahrtschiff stinkt so vor sich hin – Also zurück in die Whithouse Bay. Wir nehmen die letzte Boje auf und entscheiden uns für einen Sundowner in der Strandbar. Das erweist sich als eine gute Idee. Die Bedienung ist freundlich interessiert und besorgt uns für morgen ein Taxi das auch Rundtouren macht. Die Musik passt und das Essen auch – Chillig. Donnerstag kommt das Taxi pünktlich um10 Uhr an die noch geschlossene Strandbar. Alvin zeigt uns erst ein paar sehr schöne Aussichtspunkte im südl. Teil der Insel. Fährt dann durch Basseterre und erklärt einiges. Durch diverse kl. Ort die Westküste entlang. Hinter Old Town liegt die alte Zuckerfabrik die 300 Jahre das Herzstück der Insel war. Am Berg gebaut, gab es genug Wasser für die Zucker und Rum Manufaktur. Heute sind die Überreste liebevoll in Szene gesetzt. Ein paar Meter den Hügel hinauf liegt Romney Manor mit seinen alten Samand Trees (der älteste und größte ist 400 Jahre alt) Hier soll ursprünglich (um 1626)das Haus des Carib Indian Kings Tegreman gewesen sein. Später hat Sam Jefferson es übernommen, der Urgroßvater des dritten Präsidenten der USA. Heute beherbergt es die traditionelle Caribelle Batik Manufaktur eingebettet in einen gepflegten Garten. Sehr schöne bunte Tücher und Kleidungsstücke –verführerisch. Zwischendurch sahen wir immer wieder kl. Affen über die Straßen laufen bzw. in den Sträuchern. Alvin hält bei einem Bekannten an der mit einem kl. Affen vor seinem Haus steht. Der Mini hat tatsächlich eine Windel an, ist sehr neugierig und will dann auch schnell wieder zurück. Fotos nur gegen eine kl. Gebühr. Alvin macht die Tour ganz nett, aber scheinbar ist er auf amerikanische Kreuzfahrtschiff Touristen gedrillt. Er spult sein Programm ab und auf tiefergehende Fragen kann er nur bedingt antworten. Es gibt noch die große Brimston Hill Fort-Anlage, welche von den Engländern gebaut, in den Resten und Räumlichkeiten die Schlachten der Engländer und Franzosen hier um die Inseln darstellt. Heute ist uns jedoch nicht nach alten Steinen, daher geht es weiter auf der Sightseeing Tour rund um die Insel. Immer wieder kreuzen wir eine alte Schmalspur Eisenbahn Strecke. Bis 2005 wurde hier noch Zuckerrohr mit transportiert. Dann wurde die gesamte Produktion stillgelegt. Heute fährt die Bahn als Touristenattraktion (aber nur wenn Kreuzfahrtschiffe anliegen) und auf den Feldern werden jetzt Melone und Erdnüsse und anderes angebaut. Gegen Nachmittag sind wir wieder in der Stadt, schlendern durch den bunten Ort, der heute etwas verschlafen wirkt – es ist kein Kreuzfahrschiff da. Wir klarieren aus, nehmen einen gutes Mittagessen vom Straßenstand und lassen uns zurückfahren. Nicola, die nette Kellnerin, macht gerade die Bar auf und erwähnt live Musik heute Abend. Heißt, zwei Std. später sitzen wir wieder hier und lassen uns von der Reggae-Lounge-Live-Musik mitreißen. Ein schöner Ausklang auf einer einfachen aber sehr freundlichen Insel. Morgen geht es weiter nach St. Barth.

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